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Johanniskraut | Hypericum perforatum

Das Sonnwendkraut

 

»Johanniskraut, ich segne dich, heilst das Jucken und den Stich, und die Macht der Hexe brich.« heißt es in einem alten Spruch.

 

Das Johanniskraut ist, wie der Beifuß, das Eisenkraut, die Kamille und die Schafgarbe, eines der Johanniskräuter, also jene Kräuter, die zu Mittsommer voll erblühen. Der heutige Name der Pflanze leitet sich davon ab, dass sie rund um den 24. Juni erblüht, dies ist der Geburtstag von Johannes dem Täufer.

Bereits der allseits bekannte Paracelsus lobte die Heilpflanze in höchsten Tönen: laut ihm gäbe es kein besseres Arzneimittel, das man gegen Wunden und Verletzungen nehmen könnte, er nannte das Johanniskraut für diese Fälle „das beste Kraut überhaupt“!

 

Welche Pflanzenteile verwendet man?

Johanniskraut wird 30-80 cm hoch und wächst an sonnigen Plätzen, auf mageren Wiesen, auf tiefen Böden, an Wegesrändern, auf Waldlichtungen. 

Der oft rot überlaufene Stängel ist sehr hart und fest, daher sollte für die Ernte eine Schere genutzt werden, um die Wurzel nicht auszureißen. Er besitzt zwei Längskanten, die besonders gut am unteren Stängel zu ertasten sind. Die Blätter sind oval, haben einen glatten Rand und werden nur 1-2 cm groß. Sie sind stiellos und sitzen gegenständig am Stängel.

Wenn man die Blätter gegen das Licht hält, kann man die vielen kleinen Öldrüsen erkennen, die wie Nadelstiche aussehen. Die goldgelben Blüten strahlen mit der Sonne um die Wette und sind etwa 1-2 cm groß. Beim Zerreiben der Blüten tritt ein roter Saft hervor.

Inhaltsstoffe: Hypericin, Gerbstoffe, ätherische Öle, Pseudohypericin, Hyperforin, Flavonoide, Xanthone, Anthocyane,  Bitterstoffe, Harz, Phytosterole oder Stearin.

Sammelzeit: Ende Juni bis September – blühendes Kraut und Blüten
Als beste Sammelzeit gilt die Zeit der Sonnenwende, vom 21.-24. Juni. Aber Achtung – diese Angaben gelten nicht uneingeschränkt. Je nach Witterung kann es dann möglicherweise schon zu spät sein.

 

Warum ist das Johanniskraut so wertvoll?

Das Johanniskraut ist eine Sonnenpflanze. In ihr lebt die volle Kraft der Sonne. Die Hauptwirkstoffe sind das Hyperforin und die Hypericine, die auch für die rote Farbe des Öles verantwortlich sind.

Die Inhaltsstoffe der Pflanze wirken stimmungsaufhellend und ausgleichend, sie haben auch eine motivierende Wirkung. Heute anerkannte Anwendungsgebiete sind nervöse Unruhe und leichte depressive Verstimmungen.

Zudem bestätigt die Forschung, dass ein Inhaltsstoff Bakterien, Viren und Pilze abtöten kann. Die Kombination der enthaltenen ätherischen Öle, Gerbstoffe und Flavonoide hemmt Entzündungen, hilft Wunden zu heilen und Schmerzen zu lindern.

Das Rotöl, das man aus dem Johanniskraut herstellt, wirkt äußerlich angewandt kühlend, desinfizierend sowie schmerzlindernd. Man verwendet es bei Sportverletzungen, Entzündungen sowie Verletzungen bzw. Wunden. Man kann es bei Muskelzerrungen, Prellungen, Quetschungen, Blutergüsse, Hautblasen, Verbrennungen, Verstauchungen und Schürfwunden anwenden. Außerdem unterstützt es gegen schmerzende Narben und hilft bei einer Trigeminusneuralgie, gegen Ischias oder gegen Gicht.

Innerlich liegt die Hauptanwendung bei psychovegetativen Störungen, depressiven Beschwerden, Angstzuständen oder bei einer nervösen Unruhe. Ebenso wird es traditionell bei Magen- sowie Darmschleimhautentzündungen angewendet.

 

Wie verwendet man das Johanniskraut?

Johanniskrauttee

Der Tee wird aus dem blühenden Kraut gekocht. Dafür werden zwei Teelöffel des frischen oder getrockneten Krautes in einen Liter kaltes Wasser gegeben. Das Wasser mit dem Johanniskraut einmal kurz aufkochen und dann sofort abseihen. Die Tagesdosis sollte nicht mehr als drei Tassen betragen. Johanniskrauttee wird bei nervlicher Erschöpfung, Stimmungstiefs oder leichten Depressionen getrunken. In Schlaf- und Beruhigungstees ist Johanniskraut eine wichtige Zutat.

Johanniskrautöl 

Johanniskraut an einem trockenen, warmen Tag sammeln. Blüten und Blätter locker bis ca. 2/3 in ein sauberes, desinfiziertes Glas füllen. Mit einem hochwertigen Öl (Sonnenblumen-, Mandel-, Olivenöl) auffüllen, sodass alle Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind (sonst besteht Schimmelgefahr).

Das Glas gut verschlossen an einem warmen, sonnigen Ort 4-6 Wochen stehen lassen und regelmäßig schütteln. Nach spätestens 6 Wochen hat das Öl eine tiefrote Farbe und kann durch einen Kaffeefilter gefiltert werden. In Flaschen abfüllen und beschriften.

Johanniskrauttinktur 

Blüten und Blätter vom Stängel streifen und in ein dunkles Glas geben. Mit Wodka oder Korn auffüllen, sodass das gesamte Kraut bedeckt ist. Fest verschließen und an einem mäßig warmen Ort stehen lassen. Regelmäßig schütteln, nach 4 Wochen durch einen Kaffeefilter abseihen, in eine dunkle Tropfflasche füllen und beschriften. Bei Bedarf dreimal täglich bis maximal 20 Tropfen einnehmen. Johanniskrauttinktur wird bei denselben Beschwerden angewendet wie der Tee. Zu gleichen Teilen mit Wasser verdünnt kann die Tinktur auch äußerlich bei kleinen Wunden, Pickeln und Insektenstichen angewendet werden.

Wichtig: Johanniskraut verändert den Hormonspiegel und schwächt die Wirkung der Pille. Ähnlich blockiert es die Wirkung von HIV-Medikamenten, Blutgerinnungshemmern und immunsuppressiven Mitteln. Darüber hinaus kann Johanniskraut lichtempfindlich machen. Nach der Anwendung – innerlich wie äußerlich – nicht in die Sonne gehen.

 

Das magische Sonnwendkraut

Aber nicht nur in der Heilkunde fand das Kraut früher (und mancherorts auch heute noch) Anwendung. Im Mittelalter verwendete man das Johanniskraut, um den Teufel zu vertreiben. Der Sage nach stammen die kleinen Löcher im Blatt des Johanniskrauts vom Teufel, der aus Bosheit über die Macht, die dieses Kraut über böse Geister und über ihn selbst besaß, die Blätter mit Nadeln zerstochen haben soll.

Buschen aus Johanniskraut wurden ans Fenster, unter das Dach oder in den Stall gehängt weil man dachte es vertreibt Krankheiten, Unwetter und Dämonen.

An die Wand gehängt, als Amulett getragen oder unter dem Kopfpolster schütze es vor Hexen und dem Teufel.

Das Johanniskraut ist ein sogenanntes Bettstroh das Wöchnerinnen und Neugeborenen in die Matratze gestopft wurde um Unheil damit abzuwehren.

Es wurde ebenso als Orakelpflanze verwendet. Heiratswillige Mädchen pflückten das Kraut um Mitternacht des 24. Juni und stellten es ins Wasser. Blühte es, sollten die Hochzeitsglocken läuten – verwelkte es, gab’s vorerst keine Vermählung.

Es bleibt jedem selbst überlassen ob er dem Glauben schenken mag oder nicht – sicher ist, dass das Johannikraut ein wertvolles und verlässliches Heilkraut ist!

Wir wünschen euch viel Freude mit dem Johanniskraut!

Alles Liebe,

Angelika & Silvia

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