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Schnitterinnenfest – Lughnasadh

Die Zeit der reichen Ernte

Das Schnitterinnenfest – auch Lammas oder Lughnasadh genannt – ist eines der 4 Mondfeste und wird in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August gefeiert. Es liegt im Jahreskreislauf genau gegenüber von Lichtmess (02.02.). Im Feber feiern wir den Wiedereintritt in die Natur und im August den Abschied von Mutter Erde in ihrer vollen Pracht. Man sollte dieses Fest jedoch nicht auf diesen einen bestimmten Tag festlegen sondern sich auf sein Gefühl verlassen, wann die Phase der Schnitterin beginnt. Die Schnitterin ist die Verkörperung der Erdgöttin in der Sommermitte. Wenn sich trotz der Fülle der Natur schon ein bisschen das herbstliche Vergehen zeigt, ist die Zeit der Schnitterin gekommen. Die abgeernteten Getreidefelder sind ein deutliches Zeichen für diese Zeit.

Die Aufgabe der Schnitterin war es, mit Weisheit, Mut und Kraft den rechten Erntezeitpunkt zu finden. Dann schnitt sie mit ihrer heiligen Sichel das Korn, die heiligen Kräuter und aber auch Energien, die in der zweiten Jahreshälfte nicht mehr benötigt wurden. Die Schnitterin hat tief in ihr das Wissen und die unbändige Kraft mit der sie durchtrennt was durchtrennt werden muss.

Was feiern wir zu Lughnasadh?

Es ist der Beginn der Erntezeit – von Lughnasadh bis zur Herbst Tag und Nachtgleiche wird die Ernte des Jahres eingefahren und der Vorrat für die kalte Jahreszeit angelegt.

Obwohl gerade alles in Hülle und Fülle vorhanden ist und die Sonne mit voller Kraft für hochsommerliche Temperaturen sorgt, beginnt mit August der Spätsommer. Die Tage werden wieder merklich kürzer und die Ernte bedeutet auch das Ende oder das (Ab)Sterben der Pflanze.

Dieses Jahreskreisfest ist dem Sonnengott Lug geweiht ist, dessen Sonnenglut das Getreide zur Reife bringt. Die Germanen feierten zur gleichen Zeit „Lammas“, das Fest des ersten Brotlaibs, der aus dem ersten reifen Getreide gebacken wurde.

 

 

Die Natur beschenkt uns in der Sommermitte mit allerlei reifen Früchten. Die Pflanzen tragen nun Früchte, das Getreide auf den Feldern ist reif oder bereits geerntet und die Heilwirkung von Wildkräutern ist in diesen Tagen besonders hoch. Bis zum letzten Vollmond im August soll die Ernte abgeschlossen sein, danach ziehen die Pflanzen ihre Kräfte nach innen, um für den Winter gerüstet zu sein. Die Zeit, die Vorratskammern zu füllen, um den Winter und die dunklen Tage zu überstehen, ist somit gekommen. Es wird geerntet, eingekocht, haltbar gemacht, gebündelt und getrocknet. Eine intensive Zeit, die viel Anstrengung, Geduld und Überwindung erfordert.

Der Zeitpunkt für den bewussten „Schnitt“ ist gekommen. Dieser „Schnitt“ symbolisiert gleichermaßen die Fülle wie das Ende, das Leben wie den Tod. Mit Lughnasadh feiern wir die „Schnitterin“, die bewusst und mit all ihrer Kraft und im Einklang mit der Natur die Frucht erntet und mit ihrer Sichel das Leben durchtrennt, um zu überleben. Nach der Mahd setzten sich die Schnitterinnen auf den Ackerboden, um dem Feld neue Fruchtbarkeit zu bringen.

Wie können wir das Schnitterfest feiern?

Sie lehren auch uns das Durchtrennen, Abschneiden, Beenden von Umständen, die uns nicht mehr dienlich sind, von denen wir uns lösen dürfen, um uns für das Neue zu öffnen. Manche Früchte sind gerade richtig, andere vielleicht noch unreif oder aber schon überreif.

 

So können wir uns die Fragen stellen:

Was kann ich in meinem Leben ernten, was ist reif genug?

Gibt es etwas in meinem Leben, das wohl nie reif werden wird?

Muss ich etwas nur ein wenig zurückschneiden, damit es neu austreiben kann?

Wo brauche ich ein wenig Geduld, damit es richtig reif wird?

Was muss ich abschneiden oder beenden, damit etwas Neues in mein Leben treten kann?

Mit wunderbaren Ritualen die Sommermitte feiern

Räuchern
Wie bei allen Jahreskreisfesten gehört das Räuchern auch zum Schnitterinnenfest. Dafür eignen sich alle Pflanzen, die gerade in der Vollblüte stehen, aber auch Tonka, Dammar, Mariengras, Labdanum oder Getreidehalme.

Mache einen Schnitt

Falls du in der Rauhnachtszeit ein Tagebuch geführt hast, lies nach, was du aufgeschrieben hast.  Was waren deine Wünsche für dieses Jahr? Was hast du bereits erreicht und was passt nicht mehr in dein Leben?  Hast du kein Rauhnachtstagebuch geführt, dann reflektiere die letzten Monate und erinnere dich an deine Träume und Wünsche. Erkenne wo es einen Schnitt in deinem Leben braucht, um weiter zu gehen.

So wie das Korn und die Kräuter abgeschnitten werden, kannst auch du einen Schnitt in deinem Leben wagen.  Nutze die Energie und Kraft dieser Zeit und überlege dir gut, was oder wer dir in deinem Leben nicht mehr gut tut.  Dies kann eine Partnerschaft sein, aber auch eine berufliche Beziehung oder einfach Gewohnheiten, die dir schaden. Dann stelle dir vor, dass du das, was nicht mehr zur dir gehört, mit einer Sichel oder Schere durchtrennst.

 

Zopfschneiden
Ein schönes Ritual ist das Zopfschneiden. Dafür nimmt man unterschiedliche Kräuter und Halme im Ganzen, die noch biegsam sind und flechtet daraus einen Zopf mit drei Strängen. Alternativ können es auch Bänder oder Schnüre aus Naturmaterial sein (keine Kunstfaser). Während dem Flechten webt man seine Gedanken, Wünsche und Ängste, alles was man loslassen möchte, alles wo man einen Schnitt machen möchte, in den Zopf hinein. Das kann man im Gedanken machen oder auch laut aussprechen. Wenn der Zopf fertig ist, schneidet man Stück für Stück davon ab und übergibt es dem Feuer. Manche Stücke kann man schnell loslassen, bei anderen fällt es möglicherweise etwas schwerer. Vielleicht ist für dieses Stück die Zeit noch nicht reif.

Atme die Fülle der Natur

Genieße so viel Zeit wie möglich in der Natur.  Genieße die Fülle, die prächtigen Farben, die Sonne auf der Haut und das Summen der Insekten. Verbinde dich mit Mutter Erde und spüre den Sommer in all seinen Facetten. Schon bald wird der Rückzug in der Natur stattfinden.

Ernte, segne und danke für das was dir geschenkt wurde.

Wir wünschen dir ein magisches Schnitterfest!

Alles Liebe,

Angelika & Silvia

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